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5. – 8. Juni 2019, die ersten Tage auf Törn

Itchenor (Chichester) – Brighton – Eastbourne

Nach dem Einwassern am Montag den 3. Juni folgten noch zwei ereignisreiche Tage, aber nun von Anfang an.

kurz darauf schwimmte sie :-))

Die Reise nach Chichester und das Treffen mit Adrian erfolgte problemlos. Doch dann kam einiges auf uns zu. Nach dem Einräumen von 4 Taschen (ca. 85 kg), diversen Basteleien und Einbauten, u.a. eines Reservewassertanks (der bis jetzt noch nicht funktioniert) begaben wir uns in den nahegelegenen Pub zu einem feinen Nachtessen. Am Dienstag war sehr früh Tagwache um alles Anstehende vor dem Ablegen am Mittwoch früh zu bewältigen. Die Werft montierte den Radar an den Mast und nahm die beiden Chartplotter in Betrieb, Superteile mit unzähligen Möglichkeiten 🙂 Darauf inspizierten zwei Riggspezialisten den Mast und das stehende Gut. SCHOCK: Der Babystag-Flansch am Mast hatte einen Riss und das Schiff müsse wieder aus dem Wasser, der Mast abgebaut und das fehlerhafte Teil ersetzt werden. Dazu benötigen sie etwa zwei Wochen…

Wer sieht den Riss?

Doch dann gingen sie auf unsere innigen Bitten und Fragen ein, ob sie nicht so ein Teil besorgen und mit dem Bootsmannstuhl ersetzen können, was sie gleichentags erledigen konnten. Ein grosser Stein fiel von unseren Herzen. Aber weitere Überraschungen folgten. Die Kaffeemaschine funktionierte nicht über den Wechselrichter, obwohl ein Test mit grösseren Verbrauchern (Wasserkocher und Heizlüfter) erfolgreich verlief. Ich hoffe dieses Problem noch lösen zu können. Gleichentags musste die Süsswasserpumpe ausgewechselt werden, weil sie plötzlich undicht war. Das Navtex funktionierte auch nicht, aber ich habe glücklicherweise ein zweites an Bord. Dann nach wiederholtem „Stürmen“ brachte die Werft gegen Abend endlich die Sprayhood, Cockpitzelt und die Genua. Montieren mussten wir alles selber. Noch bis in die Nacht hatten wir einiges zu tun, bis ich erschreckt feststellen musste, dass sich der Kiel nicht bedienen lässt. Gegen 1:00 fanden wir dann einen bis anhin unbekannten versteckten Schalter…..

Dann am Mittwoch weitere Überraschungen. Die Werft machte das Schiff an einer Stelle fest, die fast trockenfiel und wir kamen um 6:15 erst nach einigen Manövern und Zerren an den Festmacherleinen frei. Tja, wir hätten das Schiff am Abend zuvor an eine andere Stelle am Steg verholen sollen, aber daran dachten wir nach all den Aufregungen nicht mehr. Die Werftarbeiter wussten ja, dass wir frühmorgens (bei Niedrigwasser) ablegen wollten. Aber eben….. Dann konnten wir endlich losfahren, aber die Ruhe wurde jäh durch einen Motorenalarm unterbrochen: Überhitzung, also sofort Motor abstellen, ankern und die Motorenabdeckungen entfernen. Die Ursache war schnell gefunden. Der Kühlwasserfilter war mit Schlick verstopft. Glücklicherweise nahm der Kühlwasser-Impeller keinen Schaden (Ersatz ist an Bord). Auf dem offenen Meer setzten wir dann Segel und konnten endlich völlig erleichtert Kurs Richtung Brighton nehmen. Sehr bald konnte ich den Gennaker ausprobieren, den ich aber wegen auffrischendem Wind bald wieder bergen musste. Dabei rauschte mir der Halsniederholer aus den Händen, nicht ohne Brandwunden zu hinterlassen. Tja, wofür hat man Seglerhandschuhe an Bord? Das nächste Mal werde ich daran denken….. Die Einfahrt und das Anlegen in Brighton erfolgte problemlos.

Am Donnerstag den 6. Juni durften wir dann einen wunderbaren Segeltag mit einer Backstagbrise und Sonne nach Eastbourne geniessen.

Freitag/Samstag verbringen wir im Hafen von Eastbourne, um die stürmischen Winde „abzuwettern“. Am Sonntag den 9. Juni 2019 ist Beruhigung angesagt und dann werden wir frühmorgens ablegen um nach Ramsgate zu gelangen. Wir freuen uns wenn es weiter geht.

2 Gedanken zu „5. – 8. Juni 2019, die ersten Tage auf Törn

  1. Da habt ihr aber einiges durchgemacht! Schock nach Schock und entsprechend immer wieder ins nächste „Schweissperlenbad“. Das müsste man wirklich nicht haben und es tut einem richtig leid, wenn man die Zeilen liest. Aber alles super von euch gemeistert. Congratulations und weiterhin „fair winds“.

    1. Danke Thomas. Ja, da hast du wahrlich Recht. Aber nun freuen wir uns auf Ramsgate :-))

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