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20. Juli 2020

Granville – Mont Saint Michel – Granville

Gezeitenbedingt war Tagwache um 04:30 um einerseits nach dem Öffnen des Hafentors (zur Verhinderung der Leerung des Hafens) auszulaufen, und andererseits noch bei Hochwasser Mont-Saint-Michel zu erreichen. Es war eine spannende Fahrt unter ständiger Beobachtung der Wassertiefe, die immer weniger wurde. Eine riesige Fläche fällt in dieser grossen Bucht trocken (20km). Nebst St. Malo werden hier die grössten Gezeitenunterschiede über 12 Meter verzeichnet. Die Priels (Wasserwege) sind in keiner Seekarte verzeichnet und etwelche Seezeichen sucht man vergebens. Nahe der vorgelagerten Insel Tombelaine war kein Weiterkommen mehr möglich und wir sassen fest auf Grund.

Als wir gänzlich trockengefallen waren, ging es zu Fuss und teilweise knietief über das grosse Wattgebiet zum Mont-Saint-Michel, die wir nach etwa 40 Minuten erreichten.

Ein sehr beeindruckendes Bauwerk mit einer langen und imposanten Geschichte.

Wir genossen den Ausblick auf die Mea Requies und über die ganze Bucht, besuchten diverse Museen und gingen etliche Male treppauf und treppab.

weit hinten vor der Insel Tombelain die Mea Requies hoch auf dem Trockenen

Auf einen Besuch des Klosters verzichteten wir, standen doch vor dem Eingang sehr viele Leute an. Dabei befanden sich etwa „nur“ 6‘000 Personen auf diesem Felsen, zu Rekordzeiten tummeln, oder drängen sich dort bis zu 26‘000 Leute durch die Läden, Cafés, Häuser, etc. Uns hatte es so schon zu viele Leute und wir mussten rechtzeitig wieder beim Schiff sein, bevor das Hochwasser (Flut) wieder einsetzte. Um 19:30 hatten wir wieder etwas Wasser unter dem Schiff. Eine leichte Nervosität kam auf beim Lichten des Heckankers, da die Flut rasant nahte, gemäss Guide im Tempo von galoppierenden Pferden. Wir verliessen dann unseren Ankerplatz auf demselben Track (Aufzeichnung des Weges vom Morgen), auf dem wir gekommen waren. Nach einer rassigen Fahrt mit rechtem Seegang erreichten wir um 22:37 wieder den Hafen Granville, wenige Minuten bevor das Hafentor schloss.

Nach dem „Ankertrunk“ und einem verspäteten Nachtessen fielen wir nach Mitternacht dann in unsere Koje. Ein langer, aber sehr schöner Tag bleibt für immer in unseren Erinnerungen. Ich geniesse jede Minute mit meinem Schatz Elisabeth an Bord und unserem schönen Törn.

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