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27. August 2020

St. Malo – St. Brieuc

Gegenüber gestern gibt es über diesen Tag doch einiges mehr zu erzählen. Der Wetterbericht versprach eine gute Fahrt mit Südwind, also etwa halbem Wind von der Backbordseite.

Um 07:20 verliess ich den Hafen von St. Malo und setzte schon bald die Segel. Es versprach eine angenehme Fahrt zu werden, dachte ich…. Bei der Ausfahrt von St. Malo musste ich der Fähre ausweichen.

Ob die wohl stärker ist?

Doch das Fallen des Barometers und laufende Funkmeldungen für Cap Fréhél, die von starken Böen sprachen, liessen mich aufhorchen.

Voraus Cap Fréhél unter Super-Bedingungen, noch…
Gut gab es einen Nespresso davor
von innen., da aussen zu nass…

Der Wind nahm ständig zu und erreichte in den Böen gar 35 Knoten, also Sturmstärke mit Beaufort 8 (!).

Zusehends musste ich die Segelfläche, vom 1. Reff ins 2. Reff verkleinern. Auch das Vorsegel musste ständig verkleinert werden. Um 13:15 barg ich alsdann die Segel, weil der Wind genau aus meinem geplanten Ziel-Hafen blies. Zwei weitere Häfen (Binic und St. Quay Portrieux) nördlich behagten mir keineswegs, da für beide Einfahrten eine sogenannte Legerwall-Situation bestand. D.h., wäre die Maschine ausgefallen (aus welchen Gründen auch immer, und dafür gibt es viele) hätte es mich auf die Mole geschlagen, also Törnende und Schiff kaputt!!! Unter Segel gäbe es dann kaum noch ein Entrinnen! Bald erreichte ich die Landabdeckung und die Wellen nahmen an Stärke kontinuierlich ab. Ich war nicht erbost darüber… Kurz vor dem Ziel heisste mich Petrus mit heftigen Regenschauern willkommen. Also Rettungsweste ab, Ölzeug und Rettungsweste wieder an. Tja, nicht das erste Mal, dass sich die Wetterfrösche daneben hauten…..

Bald ist es geschafft
zum Liegeplatz

Das Schleusen erfolgte sodann problemlos und bald darauf zurrte ich die Mea Requies an einem Gästesteg fest.

Sie liegt ruhig und sicher

Rückblickend darf ich festhalten, dass dies meine erste „Sturmfahrt“ auf hoher See ohne Mitsegler war. Etwas stolz darf ich schon darauf sein und es wird mir für nächste ähnliche Situationen noch mehr Sicherheit geben. Und die Mea Requies hat sich einmal mehr (ausser dem Autopiloten, der nicht mehr nachkam) als Superyacht erwiesen. Nur dass das Deck mit dem übergekommenen Spritz-Wasser wieder salzig war, stinkt mit nach der gestrigen Deckschrubberei schon etwas…. Dazu kam, dass ich nach dieser Schüttlerei ziemlich landkrank war. An Land lief ich wie ein Besoffener… Mein Ziel für morgen wäre Binic, das sehr schön sein soll, aber das Tor zum Hafen ist der ganze Tag geschlossen. Für den nachfolgenden Tag ist das Auslauf-bzw. Einlauf-Fenster der beiden Häfen zu eng, sodass ich wohl zwei Tage hier in St. Brieuc verbringen werde. Langweilig wird es mir kaum, gibt es doch auch an Land viel zu entdecken. Und im und auf dem Schiff ist immer etwas zu tun.

Typisch bretonisch, aber gut ;-))

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