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22. September 2019

Portsmouth

Eines der Highlights der englischen Seefahrtgeschichte stand heute auf dem Programm: Die HMS Victory, auf der Lord Honorios Nelson als Admiral die Schlacht von Trafalgar 1805 gegen die vereinte spanische und französische Flotte für sich entschieden hatte.

Nelson, bereits von früheren Seeschlachten gezeichnet – er hatte ein Auge und den rechten Arm verloren – wurde gegen Ende der Schlacht von Trafalgar tödlich getroffen und starb auf der HMS Victory. Er wurde später in allen Ehren in der St. Pauls Cathedral beigesetzt.

HMS VICTORY
8 Pints pro Tag? Da müssen wir aber noch recht zulegen….

Aber vorher haben wir noch das Submarine Museum aufgesucht, um dem aufkommenden Regen zu entkommen. In diesem Museum war das U-Boot „Alliance“ die Attraktion, das während des zweiten Weltkrieges gebaut wurde und bis in die sechziger Jahre in Betrieb war.

Das Museumspersonal an Bord des U-Boot war äusserst kompetent und bot „added value“ Danach bewegten wir uns Richtung „Altstadt  Portsmouth“, besichtigten die Befestigungen, installierten uns dann in einem netten Pub gerade am Hafeneingang und beobachteten bei Sonnenuntergang den regen Schiffsverkehr mit einem guten Pint Bier.

Verfasst von Rolf, mit Bilder ergänzt von Arnold

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21. September 2019

Buckler‘s Hard – Portsmouth

Viel Wind, viele Wellen, viele Salzwasserduschen und vor allem viele Segelboote auf dem Solent heute!

Leuchtturm eingangs Beaulieu River
Bei Cowes vorbei

Um 09.00 sind wir in Buckler‘s Hard gestartet und unter Motor den Fluss bis zur Mündung in den Solent runtergefahren und haben, in Anbetracht des starken Windes, Grossegel und Genua entsprechend 2-fach gerefft (Fläche reduziert) und das wellige Aufkreuzen bis auf Höhe Portsmouth in Angriff genommen. Fünf Regatten wurden heute ausgetragen u.a. auch mit klassischen Seglern, sehr imposant und schön diese Szenerie vom eigenen Schiff erleben zu dürfen.

Segelschiffe, noch, und noch
Für Nautiker: Und so sehen die AIS-Positionen aus….
Immer wieder Fähren, die stärker sind….

Die Einfahrt in den Hafen, einer der wichtigsten von England, war erlebnisreich zu durchsegeln. Der Spinnakerturm auf der Ostseite dominiert ganz klar die Silhouette.

Portsmouth mit dem Spinnakertower

Mein Mitsegler Rolf und ich haben uns in unserer gemeinsamen Zeit zu einem richtigen Superteam entwickelt :-)) Wir bleiben nun 2 Nächte hier in Portsmouth und widmen uns den maritimen Sehenswürdigkeiten im Hafengebiet.

Track von heute

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20. September 2019

Cowes – Buckler‘s Hard (Beaulieu River)

Über Nacht hatte der Wind etwas auf Südost gedreht und merklich aufgefrischt. Um 10.00 verliessen wir das geschichtsträchtige Cowes und querten mit achterlichem Wind den Solent, um zur Eingangsmarkierung des Beaulieu Rivers zu gelangen. Wir querten eine Untiefe und segelten dann zügig die etwa vier Seemeilen den schönen, mäandernden Fluss hoch bis zur Marina Buckler‘s Hard.

Hier wurden bereits zu Nelsons Zeiten Schiffe für die Navy gebaut und später dann auch für die Marine im zweiten Weltkrieg. Ein Besuch dieses Museums ist sehr empfehlenswert. Auch die Nachbildung der Wohnsituation zu dieser Zeit lässt uns erahnen, wie luxuriös wir heute wohnen (und segeln…) Links Siehe: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Buckler%E2%80%99s_Hard und zum Museum: https://www.bucklershard.co.uk/

Beaulieu River
Mehr dazu siehe unten

Morgen freuen wir uns auf Portsmouth. Das Ölzeug liegt schon bereit….

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19. September 2019

Yarmouth – Cowes

Die Hochburg des (englischen) Segelsports war heute unser Ziel – Cowes!

10.00 Abfahrt, Strömung von hinten und Wind von vorn. Irgendwie waren wir (noch) nicht in Segelstimmung und motorten Richtung Ost. Aber dann frischte der Wind auf und wir dachten, wenn schon Segelhochburg, dann sollten wir sie auch segelnderweise erreichen. Also kreuzten wir im gut zwei Seemeilen breiten Solent gegen den Wind auf und erreichten zügig am Mittag Cowes, ein nettes Städtchen, das sich um die Mündung des Medina Rivers schmiegt (warum heisst es nicht Medimouth?!).

Als Seglerprofi beachte man die Wendewinkel, einfach traumhaft….
Im Hintergrund das schöne Städtchen Cowes

Absolut lesenswert für Segler und Segelfans ist dieser Link über die erste weltweite Segelregatta: https://www.americascup.com/en/history

Startkanonen für die Cowesweek, und andere Regatten
Im Solent ist was los…..

Natürlich stand dann ein ausgedehnter Rundgang auf dem Programm (einmal mehr über 12’000 Schritte), eine feine Pizza und darauf gute Livemusik.

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18. September 2019

Poole – Yarmouth (Isle of Wight)

Gute 20 Seemeilen waren für heute angesagt. Nach intensiven Strömungsanalysen war klar, dass wir Poole 09.00 verlassen müssen, wenn wir den günstigen Schub von hinten optimal nutzen wollten.

Adieu Poole

Nach der Ausfahrt aus dem beeindruckenden Naturhafen Poole ging es der Küste von Bournemouth entlang Richtung Ost. Der Wind frischte auf und wir konnten Segel setzen und kamen mit gutem Speed vorwärts.

Kurz vor der Westspitze der Isle of Wight grüssten uns bei sonnigem Wetter die drei Needles, das Wahrzeichen der Region. Aber eigentlich sind es keine Nadeln, sondern eher von Karies befallene Zähne und einer hatte sich schon um 1646 wegen Erosion verabschiedet.

Needles

Kurz darauf ging es über eine Untiefe in den „Needles Channel“, der uns dann bis vor Yarmouth an der Nordküste der Insel führte.

Ein durchaus hübsches Örtchen und Zeit für eine ausgedehnte Wanderung entlang des Yar blieb uns auch noch.

Kirche von Freshwater
Riesiger alter Friedhof von Freshwater

Ein gepflegtes Nachtessen durfte nicht fehlen und uns wurde beim Bezahlen auch klar, dass wir uns hier auf einer eher hochpreisigen Insel befinden.

Rolf

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17. September 2019

Weymouth – Poole

Die Brücke von Weymouth, das einzige Hindernis zwischen Marina und offenem Meer, öffnete um 08.00. Damit sie geöffnet wird, muss man sich bis 07.00 anmelden. Also Tagwache um 06.30, kurzer Kaffee, unsere Ausfahrt anmelden, den Hafenobulus entrichten und dann vor der Brücke warten.

Pünktlich ging es los und wir richteten uns für eine gemütliche Fahrt mit halbem Wind und hilfreicher Strömung bis zum 30 Seemeilen entfernten Poole ein.

Kaum aus der Einfahrt, setzten wir die Segel und bald realisieren wir, dass der Wind wesentlich heftiger bläst als angekündigt. Auch gut. Segel etwas reffen, Ölzeug anziehen und die 7 bis 8 Knoten Speed (inkl. Strömung) geniessen!

Plötzlich werden wir über Funk aufgerufen und wir sehen, wie sich von hinten ein eher offiziell aussehendes Motorboot nähert. „Please change your course to one two zero for the next six nautical miles. A military exercise will start at 0900 and we want to keep you save!“.

Also quittieren wir und fallen auf den Kurs ab – das Regattaseglerherz blutet, wenn so Höhe verschenkt werden muss! Aber es reichte trotzdem und nach 17 Seemeilen rassiger Fahrt umfuhren wir den St. Alban und den imposanten Durlston Head, allerdings hatten wir hier bereits den Wind von vorn und mussten unsere Dieselfock aktivieren.

Old Harry’s Wife

Das blieb so bis zur Einfahrt nach Poole mit seiner imposanten Bay.

Einfahrt nach Poole

Gegen Abend liefen 4 Yachten der Ellen McArthur-Stiftung ein. Ellen, die manche Segler-Männer in den Schatten stellte. Gerne hätten wir ihr zu ihren Erfolgen gratuliert, aber leider war sie nicht an Bord.

Ein gemütlicher Nachmittag und Abend waren dann angesagt. Auf dem Schiff hörten wir bereits ein „Geknatter“. Offenbar war, wie letztes Jahr, hier beim Hafen ein riesiges Töfftreffen, wahnsinnig, was es alles zu sehen gab:

Wer weiss, was das ist?

Verfasst von meinem Mitsegler Rolf Tschäppeler, mit Töfftreffen ergänzt von Arnold

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16. September 2019

Lyme Regis – Weymouth

Es wurde ein langer Tag. Der Wind war ziemlich schwach, sodass wir nicht die ganze Etappe nach Weymouth segeln konnten. Immerhin verbrachten wir einen 9-Stundentag für 32,6 Seemeilen auf See, aber davon später, und warum.

Unterwegs entlang der Jurassic-Küste, an der unzählige Fossilien zu finden sind.

Hier wurden Riesenviecher entdeckt und in den Läden kann man Meissel und Hämmer kaufen, um weitere Fossilien zu suchen. Siehe auch: https://jurassiccoast.org/?gclid=EAIaIQobChMIo4inzJXY5AIVgbHtCh2wEwn5EAAYAiAAEgKf5_D_BwE

Vielleicht der am weitesten gesegelte Basilikum….

Nach 4 Stunden Segeln und immer weniger Wind, entschlossen wir uns schweren Herzens die Maschine zu starten. Doch brachte das auch nicht viel, der rechte Leuchtturm auf dem nächsten Bild blieb immer an der gleichen Stelle…..

Bill of Portland

Folgendes Bild zeigt unseren Kurs:

Sollkurs wäre von Süd-West nach Nord-Ost

Wieder einmal war der Gezeitenstrom viel stärker als im Reeds Almanac und im Navigations-Programm „Navionics“ zu entnehmen war. Zudem erwartete ich mit 1,8 Meter Gezeitenunterschied niemals Strömungen von über 6 Knoten….. Tja, die Tabellen sollte man zuvor genauer anschauen. Wir waren zuweilen schon froh, wenn wir über einen Knoten Geschwindigkeit (1,853 km/h) erreichten. Doch nach einer gefühlten Unendlichkeit erreichten wir östlich des Hafens Portland schwächeren Gegenstrom und waren bald in der Einfahrt nach Weymouth.

Weymouth
Warten auf das Öffnen der Brücke zur Einfahrt.

Die Brücke öffnet nur alle 2 Stunden, sodass wir sie erst um 18:00 Uhr passieren konnten. Bald darauf erkundeten wir den Ort, um das verdiente Nachtessen zu geniessen.

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15. September 2019

Exmouth – Lyme Regis

Um 10:50 verliessen wir den Hafen von Exmouth, der Wind blies nicht gerade so, dass wir mit Segeln zügig voran vorankamen.

Offenbar forderte ich die Windgötter mit meiner Concertina heraus und sie sendeten uns eine moderate Backstagbrise.

Unter Gennaker

Gegen Abend erreichte wir nach einem zügigen Vorankommen den trockenfallenden Hafen von Lyme Regis. Die Gezeiten-Berechnungen gingen auf, und wir hatten gerade genug Wasser unter dem Rumpf, um an der Hafenmole anzulegen.

Im Hintergrund das hübsche Örtchen Lyme Regis

Filmliebhaber erkennen vielleicht diese Hafenmole von Lyme Regis aus dem Film „Die Geliebte des französischen Leutnants“:

Nach einem Abendspaziergang in diesem touristischen Ort fanden wir zu unserem Erstaunen in einem gemütlichen und guten Restaurant doch noch einen Tisch.

Selbst beim Eindunkeln flanierten noch viele Leute dem Strand entlang und einige badeten gar noch… Nach Mitternacht fielen wir im Hafen dann trocken.

Die Boote liegen auf dem trockenen Sand, bzw. Schlick
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13./14. September 2019

Brixham – Exmouth

In Brixham besichtigten wir zunächst die Golden Hind, bevor es weiter ging.

Unglaublich, wie auf dieser Enge um die 60 Leute hausten…
Adieu Brixham

Unser nächstes Ziel war Exmouth, leider spielte der Wind nicht so mit, wie wir uns das wünschten. Aber die 15,4 Seemeilen hatten wir bald achteraus.

Die „englische Riviera“ im Süden Englands
Die Einfahrt nach Exmouth war recht spannend, links und rechts trockenfallend
Im Hafen von Exmouth, dem einzigen Gästeplatz

Wir hatten wirklich ein grosses Glück, dass wir noch vor dem an uns liegenden Motorboot den Hafen erreichten. Ein wenig später, und wir hätten wohl vor Anker gehen müssen. Der Gezeitenstrom vor der Hafeneinfahrt ist sehr eindrücklich und erreicht bei Springzeit über 5 Knoten.

Brodel, brodel…..

Nach dem Ankertrunk bereiteten wir an Bord das Nachtessen zu.

Zuerst ein feiner Salat à la Rolf, und …
…. dann Scallops à la Arnold mit viiiiel Knoblauch

Am Samstag den 14. September planten wir einen „Segelruhetag“, um die Stadt Exeter zu besichtigen. Davor verliessen 4 Damen den Hafen um zu trainieren.

Elvis-Imitator in Exeter
Die Kathedrale von Exeter

Die anschliessende Besichtigung der Kathedrale war überwältigend. Siehe auch: https://www.exeter-cathedral.org.uk/ Hier nur ein paar Eindrücke:

Astronomische Uhr

Auch die alte Kirche St. Martin aus dem 13. Jahrhundert war nicht der Grösse, aber der alten Bausubstanz wegen, sehr interessant anzusehen. Siehe auch: https://www.visitchurches.org.uk/visit/church-listing/st-martin-exeter.html Nach dem Kathedralen-, Kirchen- und Stadtrundgang entschlossen wir uns dem Exe-Kanal entlang zu marschieren. Am Abend zeigte mein Schrittzähler über 20’666 Schritte an.

Logisch, gab das Durst:

Prost…..
Pub „Double Locks“

Wir genossen die tolle Schönwetterstimmung mit badenden Kindern und Hunden, unzähligen SUPs, Ruderer, Velofahrer, Wanderer, etc. Kaum vorstellbar, dass wir uns Mitte September in England befinden…

Schleusenhaus am Kanal und River Exe

Auf dem Weg zum nächsten Bahnhof setzten wir mit der Fähre über den Fluss Exe.

Leider fanden wir im gemütlichen Hafenrestaurant keinen freien Tisch und mussten uns im Ortskern mit Pubfood begnügen. Morgen soll es dann auf See weiter Richtung Lyme Regis gehen. Mal sehen, ob wir segeln können.

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11./12. September 2019

Salcombe – Dartmouth – Brixham

Bei recht schlechten Sichtbedingungen segelten wir bei zügigen achterlichen Winden unter Vorsegel nach Dartmouth. Die Einfahrt war unter diesen Bedingungen recht spannend:

Mit einem Riesenglück ergatterten wir einen der besten Plätze in diesem reizenden und geschichtsträchtigen Ort. Nur ein paar Schritte von unserem Boot und wir befanden uns mitten im Zentrum.

Auf dem anschliessenden Rundgang gab es einiges an Sehenswürdigkeiten zu sehen. Erwähnenswert ist auf jeden Fall, dass hier die erste Dampfmaschine weltweit dampfte. Der Wirkungsgrad dieser Maschine war nicht gerade besonders berauschend, er soll unter einem Prozent gelegen haben…..

Butterwalk
River Dart

Nach einem durchschnittlichen Nachtessen begaben wir uns auf den Heimweg, der an der örtlichen Kirche vorbei vorbeiführte. Wir Beide erlebten etwas völlig Neues: Da zogen mehrere Leute an den Glocken und schellten unaufhörlich, und dennoch einigermassen melodisch …

(leider ohne Ton)

Danach freuten wir uns auf unsere Kojen, um gespannt dem nächsten Tag entgegen zu sehen:

Gute Nacht Dartmouth

Tags darauf erhielten wir Besuch, mein neues Beiboot erlebte soeben seine Jungfernfahrt….:

Auf unserem Morgenspaziergang offenbarte sich dieser Ort weiter von seiner hübschen Seite:

Nach unserem Rundgang legten wir bald los und segelten abermals mit idealen Winden nordwärts der schönen Küste entlang weiter nach Brixham.

Nach einer feinen Pizza (?) freuten wir uns tags darauf den Nachbau der legendären „Golden Hind“ zu besichtigen, mit der Sir Francis Drake den Globus in drei Jahren umrundete, siehe: http://www.goldenhind.co.uk